Geschriebenes – „ABC Etüden“

Ich lasse mich einladen von den ABC-Etüden, die Textstaub ins Leben gerufen hat und nun von Christiane weitergeführt werden. https://365tageasatzaday.wordpress.com/2017/04/23/schreibeinladung-fuer-die-textwoche-17-17-wortspende-von-bittemito/

Diesmal schenkte unverkennbar Frau Käthe Knobloch http://www.bittemito.wordpress.com die drei Wörter, die in eine Geschichte mit 10 Sätzen eingebaut werden sollen.

Etüden Bild April

Hier meine Geschichte dazu:

Das Draußen lud ein mit Farben mehr als sieben. Wiesenschaumkraut, Schlüsselblumen und Butterblumen zu ihren Füßen. Die Namen der Blumen zum Nachsagen schön. Überall neue Farbpunkte, als würde das Erblühende ihre Augen zum Knospenkollisionskurs einladen. Wieviel Schönheit vertragen unsere Sinne.

Frühling ist wie Küsse unter freiem Himmel. Er fängt die fallenden Tränen auf.

Nach den ungezählten Momenten im Freien war es, als tanzten auf ihrer Haut Safranstaubkussspuren, die kein Regen abzuwaschen vermochte. Sie summte leise Idas Sommerlied, das sie insgeheim das Irisreinkarnationslied getauft hatte. Sie wollte ihrer Zeit nicht voraus sein, doch in jedem Frühjahr wohnt schon der Sommer.

Geschriebenes – „ABC Etüden“

Erneut hat textstaub https://textstaub.wordpress.com/2017/03/19/micronouvelles-einladung-txtprojekt-3-worte-10-saetze-aktuell-by-findesatz zum Schreiben von kurzen Geschichten eingeladen. Diesmal durfte ich die drei Worte spenden, die in der Geschichte auftauchen sollen. Die Worte sind: Murmel, Habseligkeiten, Zaunkönig. Hier mein Beitrag:

Kennst du eine Geschichte von einem Zaunkönig und einer Murmel?

Nein, doch wir können eine erfinden. Das ist das Schöne an Geschichten, da können wir alles sein, ich kann sogar zum Zaunkönig werden, ein wenig Moos sammeln, den ganzen Tag lang pfeifen und mich freuen, weil mein Name so schön ist. Ich würde davon singen, dass der Himmel keinen Boden hat.

Wärst du nicht lieber eine Murmel?

Nein, ich hätte Angst, dass ich weggerollt und unter einem Schrank neben Staubflocken liegen, in Vergessenheit geraten und nicht wieder hervor geholt würde.

Ich wäre gerne die Murmel in der Geschichte: Jemand hielte mich in seinen Händen und wenn er mich anschauen würde, würde er lächeln, es wäre, als entdecke er die ganze Welt in meinen Farben und meinem Muster. Dieser Jemand würde nicht viel zum Leben brauchen, die Murmel, ein Glas Sand mit offenem Deckel und jeden Morgen frischen Tau. Weißt du, die wirklichen Habseligkeiten, die tragen wir innerlich. Und dann kämst noch du, als Zaunkönig, du würdest deine Töne der Welt schenken, als ob du genau deshalb leben würdest, um gehört zu werden von diesem Jemand, der dort gerade geht.

Geschriebenes – „ABC-Etüden“

Erneut hat Textstaub http://www.textstaub.wordpress.com/2017/03/05/schreibeinladung-abc-etueden-die-10te in seinem Blog drei Wörter zur Verfügung gestellt und lädt die Leser/innen ein, eine „Kürzestgeschichte“ bestehend aus 10 Sätzen dazu zu schreiben. Die Wörter schenkte diesmal http://www.westendstorie.com und sie lauten  „Sternenwandern, Fliederfarben, Bruchstücke“.

etuden

Hier kommt mein Beitrag:

wildganse-himmelDie Sonne an diesem Märztag wie ein Versprechen, dass alles gut wird. Erst gestern sah sie Kraniche am Himmel in ihrer faszinierenden Formation, in der ein ganzes Gedicht zu wohnen schien. Sie streift die Schuhe ab und ihre Füße mit den fliederfarbenen Zehen kommen zum Vorschein. Auch der März braucht die Hoffnung auf Flieder.

Sie mag das Lichte und Helle. In der zurückliegenden Nacht saßen sie hier draußen, die Jacken bis oben zugeknöpft. Sie schauten nach oben, bis ihre Nacken schmerzten. Sternenwandern nannte sie das, was ihre Augen machten. Siehst du, sagte er, es braucht auch das Dunkle, ohne das leuchten die Sterne nicht.

Das sanfte Schwirren der Luft und das hier Sitzen, solche Momente sind es, die die manchmal bizarren Bruchstücke des Lebens zusammen fügen und sie weiß in solchen Momenten, dass der Flieder leise da ist.

Geschriebenes – „ABC-Etüden“

Textstaub stellt in seinem Blog wöchentlich drei Wörter zur Verfügung und lädt die Leser/innen ein, eine Kürzestgeschichte bestehend aus 10 Sätzen dazu zu schreiben. Die Wörter lauten diesmal „Geduld / Schokolade/ Bücher“ und wurden von Margot M. geschenkt.

https://wordpress.com/read/feeds/50954439/posts/1345360742

Ich habe mich gerne einladen lassen.

weg-w

Tage zwischen Winter und Frühjahr, das war sein Gedanke, als er erwachte.

Ist nicht immer etwas zwischen zwei Seiten, überlegte er beim Blick aus dem Fenster.

Der Tag zwischen Samstag und Montag, der einen Hauch Stille zu tragen schien.

Leben zwischen Prolog und Epilog in vielversprechenden Büchern, dessen gerade aufgeschlagene Seite vor uns liegt.

Wenige Handbewegungen und der Geruch von Kaffee.

Neben seiner Kaffeetasse das Silberpapier mit Schokoladenresten.

Ein Rest bleibt immer, manchmal unsichtbar.

Nichts wächst in Kaufhausregalen und nur einiges an Sträuchern.

Auch das Schäumen der Milch erfordert Geduld.

Er legte sich in den Tag und ganz in das Dazwischen.

 

Pas de deux

Vor ein paar Tagen stellte ich hier im Blog ein Gedicht ein. Michael http://www.luftzumathmen.wordpress.com schrieb einen Kommentar dazu, der wie eine Fortführung des Gedichtes klang. Es war wie eine Aufforderung zum Worttanze und lud uns dazu ein, die Zeilen noch ein wenig weiter entstehen zu lassen. So haben wir einander die Worte gereicht und diese Zeilen entstehen lassen. Es hat Freude gemacht, lieber Michael, und ich sage dir mein Danke.

himmel-sonnenaufgang

Jeder Tanz ist Verwandlung

Alle Wellen der Meere wohnen in ihm

Verlier dich um dich zu finden

Jeder Tanz ein Ja zum Leben

Wenn du tanzt

erkennt selbst der blinde Engel deine Sprache

 

Was sieht der blinde Engel?

Dass du in deinen Tanz die Wolken mit einbeziehst

Und den Regen, die Bäume und den Wind

Alle, die nicht zu tanzen glauben und sich vergeblich

versuchen zu verschließen

Die Musik die sie dennoch umgibt

Und die der Engel hört, auch wenn er taub ist

 

Leg dich ins Leben

Mit all deinen Tönen

Hör dem Flüstern zu

Atme die Fülle

Lass das Unsagbare sprechen

Und fühl das Willkommen

 

Das die wahre Musik unseres Leben ist

Nur übertönt vom Lärm unserer Sorgen

Ängste und Nöte

Als sei es nicht – dies Willkommen

Der Ewigkeit für Dich und mich

 

Einen Hauch der Ewigkeit atmen

Zeitlos schön

Wunschlos für einen Moment, der anhält

Lass uns nach den Sternen greifen

Und fühlen, das, was vergeht, bleibt

 

Alle Bewegung wird zum Tanz

Aufeinander zu

Und Du sagst mir leis‘:

Das Auge täuscht,

Wir bleiben unzertrennlich.

Geschriebenes

tanz-schatten-sc

Jeder Tanz ist Verwandlung

Alle Wellen der Meere wohnen in ihm

Verlier dich um dich zu finden

Jeder Tanz ein Ja zum Leben

Wenn du tanzt

erkennt selbst der blinde Engel deine Sprache

 

Geschriebenes

eisblumen

Als ich ihn anschaltete, meinen Computer, stand dort:

Es weihnachtet sehr.

Eine halbe Stunde zuvor las ich in der Zeitung.

Aleppo.

Es weihnachtet sehr.

Wie sich Gedanken um die letzten Geschenke machen,

wenn wir darum wissen, was 3700 km entfernt geschieht.

Und nicht nur da.

Schweigen sie jetzt, die, die meinten, wir sollten die Grenzen schließen.

In Aleppo läuft ein Kind an der Hand der Mutter durch verwüstete Straßen.

Was würde auf seinem Wunschzettel stehen?

Manchmal ist die Welt widersprüchlich, dass es weh tut.

Manchmal wundere ich mich, dass wir weiter den Tisch decken, ihn abräumen,

als wäre nichts.

Es weihnachtet sehr.

Manchmal da würde ich gerne schreiben, doch weiß nicht wie.

Es weihnachtet sehr.

Manchmal, da denke ich, er ist dem näher

als wir unter all den mit Bändern verzierten Paketen vermuten.

 

Geschriebenes

aste-herbst

Ich versprach dir ein Novembergedicht

Ich mag ihn

diesen Monat

in dem Viele Melancholie husten hören

Er trägt alle Farben in sich

Sanfter als die Sommerwochen

Tausendfach mehr als grau

Menschen haben Geburtstag

die mit zu meinen liebsten gehören

Auch wenn sie mir nicht gehören

Wie könnte ein Mensch einem anderen gehören

Kinderhände tragen Laternenstöcke

Ein Martinsfeuer lässt mich staunen

Wir haben mehr als eine Manteltasche

Mit wem teilen wir

Worte, Wärme, Zeit

Ich sehe den Maronenmann wieder

und mit ihm sein Geheimnis wo er im Frühling und Sommer wohnt

Manchmal ist der Himmel blau

und das Gelb der tanzenden Blätter singt Kontraste

Vorahnung auf das Kommende

So rascheln Blätterhaufen nur in dieser Zeit

Jeder Monat braucht Regentage

Kennst du das Schöne im Traurigen

Unzählige Lichter, die auf Friedhöfen leuchten

Wer möchte schon immer nur die Sonne sehen

Taschenlampen in einigen Nächten

Und eine Hand in der anderen

Lieblingsmützen werden hervorgeholt

Die Wärme einer Suppe spüren

Der jährlich wiederkehrende Geruch von Laub

Die Frische im Draußen, die tief atmen lässt

Der erste Frost

Eisblumen, die zeigen, dass die Natur die genialste Malerin ist

Sie verlangt keinen Eintritt

nur das Innehalten

In jedem November taucht ein Igel auf

und mit ihm die Frage von jemanden, ob er Wasser oder Milch trinke

Auch dieser Monat küsst die Sinne

Er macht es auf eigene Art

zarter

leiser

Lass dich küssen

Lache und weine

Staune und springe

singe und schweige

mit dem November um die Wette

 

Geschriebenes

 

fliegenpilz-garten

Liegt in jedem Herbst der kommende Frühling?

Schmeckt der Cappuccino so gut, da du mir gegenüber sitzt?

Und wohnt das Glück gerne draußen?

 

Kann die Welt still stehen?

Trägt jede Zeit ihr eigene Wahrheit?

Und glaube ich mir selbst?

 

Erkenne ich die Ordnung im Viel der Sterne?

Warum sollten wir manchmal springen?

Und wie wäre ich, wenn ich woanders geboren wäre?

 

Wäre eine Welt ohne Staub wünschenswert?

Siehst du das Unausgesprochene?

Und wieviele Kurven malt mein Weg?

 

Wächst Mut mit dem Alter?

Kennst du wirkliche Stille?

Und kann Freude im Haar wohnen?

 

Umarmt die Welt uns?

Was wartet auf mich?

Und gibt es eine Tüte auf dieser Welt,

in der alle Fragen wohnen?

Geschriebenes

fruchte-rot
Heute fühlte ich ihn
beim Spazieren durch diese niederländische Stadt
Da wusste ich
er ist da
der Herbst
Schleichend kündigt er sich an
Mein Inneres antwortet ihm auf seine ungestellten Fragen
Ich ahne die Farben, die er schenken wird
Kastanien zu meinen Füßen wollen bemerkt werden
Herbstzeitlose, solche Namen tragen seine Blumen
zum Nachsagen schön
Bald höre ich die Wildgänse fliegen
Schaue zu, wie sie ziehen
Erinnerungen mitnehmen und Sehnsucht tragen
Ich weiß darum, dass es Zeit für sie ist
Sehe ihr Zutrauen unter ihren Flügeln
und werfe ihnen Mut zu
In diesem Herbst möchte ich die Namen vieler Bäume lernen
Die Sonne wird sich uns in ihrer milden Sprache zuwenden
Unter dem Walnussbaum werden Nüsse darauf warten
dass wir sie aufheben
und unsere Füße ihnen ein Knack entlockt
Frische Walnüsse sind Grund genug
den Herbst zu lieben
Die Bienen werden ruhiger
Sollten wir es ihnen nachmachen?
Lieblingstee wird wärmen
Gerüche verwöhnt alles, was Nasen hat
Schenken wir uns Wärme
Unsere Welt braucht davon