Zitat

23. März

„Stell dir vor, du betrittst eine Wohnung, die du mieten kannst, du bist ganz allein in dem Raum und der Raum gehört nun dir, du schaust und probierst, ob du hier tanzen kannst und erst, wenn du weißt, dass es geht, mietest du die Wohnung.“

Tänzerin s

Geschriebenes – „ABC Etüden“

Erneut hat textstaub https://textstaub.wordpress.com/2017/03/19/micronouvelles-einladung-txtprojekt-3-worte-10-saetze-aktuell-by-findesatz zum Schreiben von kurzen Geschichten eingeladen. Diesmal durfte ich die drei Worte spenden, die in der Geschichte auftauchen sollen. Die Worte sind: Murmel, Habseligkeiten, Zaunkönig. Hier mein Beitrag:

Kennst du eine Geschichte von einem Zaunkönig und einer Murmel?

Nein, doch wir können eine erfinden. Das ist das Schöne an Geschichten, da können wir alles sein, ich kann sogar zum Zaunkönig werden, ein wenig Moos sammeln, den ganzen Tag lang pfeifen und mich freuen, weil mein Name so schön ist. Ich würde davon singen, dass der Himmel keinen Boden hat.

Wärst du nicht lieber eine Murmel?

Nein, ich hätte Angst, dass ich weggerollt und unter einem Schrank neben Staubflocken liegen, in Vergessenheit geraten und nicht wieder hervor geholt würde.

Ich wäre gerne die Murmel in der Geschichte: Jemand hielte mich in seinen Händen und wenn er mich anschauen würde, würde er lächeln, es wäre, als entdecke er die ganze Welt in meinen Farben und meinem Muster. Dieser Jemand würde nicht viel zum Leben brauchen, die Murmel, ein Glas Sand mit offenem Deckel und jeden Morgen frischen Tau. Weißt du, die wirklichen Habseligkeiten, die tragen wir innerlich. Und dann kämst noch du, als Zaunkönig, du würdest deine Töne der Welt schenken, als ob du genau deshalb leben würdest, um gehört zu werden von diesem Jemand, der dort gerade geht.